LOCKDOWN IM CAMPERVAN
– Erfahrungsbericht von Yari Ghidone

Mein Name ist Yari Ghidone und ich lebe seit 3 Jahren in meinem Pössl Roadcamp zusammen mit Chérie, einem 7 Jahre alten Cockerspaniel.

Ich beschäftige mich beruflich mit Fotografie und Videoschnitt und entschied mich Anfang März, da sich die Situation in Bezug auf Covid-19 verschlechterte, auf einen Hügel in 1.600 Metern Höhe über dem Meeresspiegel in den piemontesischen Alpen zu fliehen, um ein paar Tage fern von all dem Trubel mit einer fantastischen Aussicht ganz in Ruhe zu arbeiten.

Meine Plan war es, ungefähr eine Woche an diesem Ort zu bleiben und dann in ein anderes Tal weiterzuziehen. Seitdem sind jedoch 59 weitere Tage vergangen. Ich bin nur alle 10 Tage zum Einkaufen, Tanken und Wassertank auffüllen in die nächsten Stadt gefahren.

 


Keine allzu große Umstellung für mich, denn ich lebe seit 3 Jahren in „Isolation“ – fern ab vom Chaos der Städte, umgeben von wilden Tieren und atemberaubenden Ausblicken auf Berge, Seen, Flüsse und Wälder… So habe ich gelernt, alles um mich herum viel mehr wertzuschätzen. Rehe, die auf dem Rasen in der Nähe des Wohnmobils grasen, singenden Vögel, die mich frühmorgens sanft wecken und heulende Wölfe in der Nacht. Das sind meine Lieblingsnachbarn!

In einem Wohnmobil in den Bergen zu leben bedeutet aber nicht nur wunderschöne Landschaft und strahlend blauer Himmel. Im März gab es viele Regentage mit Unwetter und Stürmen. Die Temperatur fiel dann sogar auf -10°, aber ich habe mich in meinem Pössl Roadcamp immer schön warm gehalten und oft ein Lagerfeuer gemacht und dann auch gleich gegrillt. Wenn man in einem Wohnmobil lebt und auf sich selbst gestellt ist, lernt man, aus jeder Situation das beste herauszuholen und immer alleine klarzukommen.

 


Jetzt hat sich das Wetter verbessert, der Schnee ist blumigen Wiesen und grünen Wäldern gewichen, aber der Lockdown hält immer noch an. Natürlich gehe ich in meinem Pössl Wohnmobil kein Risiko ein, aber ich möchte gerne wieder reisen und neue Orte erkunden. Wann sich die Situation wieder ändern wird, ist ungewiss, aber ich bin zuversichtlich und blicke positiv in die Zukunft.

Ich nutze die Zeit, um Geschichten von mir, meinem Reisemobil und unseren Abenteuern zu erzählen.

Wir sehen uns auf der Straße!

Euer Yari